Die stille Zeit, der Advent hat begonnen... Weihnachts- und Wintermärkte, Plätzchen backen, Geschenke aussuchen - alles total romantisch und weihnachtlich, oder ?

Aber manchmal geht's auch ganz schön rund, z.B. am ersten Adventswochenende. Freitag Abend gab's unser letztes "Sing dich frei" in 2025, so bis 21.30 h ist man da meistens wieder zuhause angekommen. Am Samstag klingelt dann der Wecker um 7.30 h, weil um 9.45 h noch eine letzte Probe vor der Weihnachtsmarkt-Eröffnung um 11 Uhr geplant ist.

Auf halbem Weg - auf der Autobahn - merke ich, dass meine komplette Notenmappe nicht dabei ist. "Kein Problem", denke ich, dass Tablet habe ich dabei, die Noten kann ich also digital abrufen. Probe läuft gut, meine Chor-Mädels sind gut vorbereitet und fit. Wir fahren zum Weihnachtsmarkt, leichter Regen setzt ein... haben wir eigentlich einen Pavillon, oder eine ander Möglichkeit zum Unterstellen ? Mal schauen.

Parkplatz gefunden, Notenständer und Bluetooth-Box mitgeschleppt, am Auftrittsort aufgebaut. Es geht los, vor uns ist die Kita-Gruppe dran, dann Blechbläser-Ensemble. Der Regen wird stärker - es gibt keinen Pavillon für uns. Na ja, das bisschen Wasser macht uns nichts aus.

Ich schalte das Tablet ein - es schaltet sich aus, Akku leer. Eine der Sängerinnen leiht mir ihre Notenmappe, gut. Box anschalten, mit dem Handy verbinden - kein Netz. Spätestens jetzt ärgere ich mich ein bisschen, über mich, über den Regen, über die Gesamtsituation. Aber es hilft ja nix, wir schaffen das schon. Ich gebe mit der Stimmgabel die Töne für das erste Lied an, der Geräuschpegel von Bratwurstbude und Co ist dermaßen hoch, dass ich mich nicht konzentrieren kann. Nochmal probieren - und ich liege total daneben. Leider merke ich das erst, als die erste Strophe schon läuft. Soll ich abbrechen, neu anfangen ? Können wir einfach durchziehen ? oder zur zweiten Strophe die Töne nochmal nachregeln ? Ach ja, ich muss ja die dritte Stimme noch dazu singen, und weiter dirigieren... erstes Lied geschafft, in der falschen Tonart. Ich bin echt dankbar, dass meine Sängerinnen so flexibel sind ;-). Danach wird's besser, zumindest was meine Tonangaben angeht, regnen tut's immer noch. Um uns herum werden Regenschirme aufgeklappt, aber Noten halten, bzw. dirigieren und einen Schirm halten geht nicht. Noch ein Lied: Fröhliche Weihnacht überall. Oh, die zweite Stimme ist rausgeflogen, da springe ich rein und singe mit... wieder da, gut, ich wechsle zurück in die 3. Stimme.

Freundlicher Applaus... natürlich klingen live gesungene Weihnachtslieder komplett anders als vorproduzierte und abgemischte Musik, die man streamen kann. Aber was ist näher am Menschen dran ? Ich bin froh und erleichtert, Haare komplett nass. Aber dafür hole ich mir noch ein Paar Bratwürste und lausche beim Schlange stehen der Kollegin, die sich mit ihren Querflöte- und Saxophonschüler*innen produziert. Wenn man nur zuhört, klingt das echt schön, fast ein bisschen besinnlich...

Habt eine schöne Advents- und Vorweihnachtszeit - und vielleicht sehen wir uns bei der Weihnachtsüberraschung am 19.12. ab 19 Uhr ? Falls du kommen willst, reserviere am besten deinen Platz über das Kontaktformular.


Viele Grüße von mir, Cornelia